Fohlen
Das Fohlen Luis

Ovarium: Eierstock einer Stute
Ovarium: Der Eierstock einer Stute

Trächtigkeit einer Stute: 35. Tag
Trächtigkeit: Der 35. Tag

 

 

 

Gynäkologie

In der Gynäkologie kümmere ich mich um Geburten, Besamungen und Kastrationen.

Wenn ich zur Geburt eines Fohlens gerufen werde, verschaffe ich mir als erstes einen Überblick, wie weit die Stute in der Geburt ist: ob sie sich erst in den Wehen befindet oder ob man schon etwas vom Fohlen sieht, Hufe oder Kopf. Wenn das Fohlen groß ist, muss ich helfen und anziehen. Im Normalfall kommen die Vorderbeine zuerst, gleich danach der Kopf. Eine Pferdegeburt geht bei optimaler Lagerung des Fohlens innerhalb von zwei oder drei Minuten vonstatten. Wenn die Stute liegt, ist es leichter, wenn sie steht, sollte man das Fohlen auffangen. Dann ist das Abbinden der Nabelschnur angesagt. Ich untersuche, ob die Gebärmutter aus der Stute entfernt ist. Schließlich trockne ich das Fohlen. Meist treffe ich auf erfahrene Züchter, die schon Tage vor der Geburt eines Fohlens im Stall übernachten. Sie kennen die ersten Anzeichen einer Pferdegeburt sehr gut, zum Beispiel einsetzenden Milchfluss der Stute als Vorzeichen. Diese Züchter rufen Tierärzte nur bei Komplikationen oder bei einer anstehenden Frühgeburt.

Astrid SchwarzZur künstlichen Besamung werde ich gerufen, wenn Pferde nicht auf natürlichem Wege durch Hengst und Stute vermehrt werden sollen. In der Pferdezucht wird sowohl Frisch- als auch Gefriersperma verwendet. Neben der künstlichen Besamung gibt es in seltenen Fällen auch Embryotransfer. Vorteile gegenüber der natürlichen Besamung (Natursprung) sind beispielsweise die Nutzung besonderer Vererber auch über weit entfernte Strecken, der Schutz vor Deckinfektionen und Verletzungen, die Entlastung stark frequentierter Vatertiere sowie die Besamung von sehr vielen weiblichen Tieren. Es fallen nicht nur belastende Transportwege für Pferde weg, sondern auch entsprechende Kosten und nicht zuletzt CO2-Emissionen. Eine Ausnahme stellt die Zucht Englischer Vollblüter dar. Dort ist künstliche Besamung international verboten.

Die Kastration eines männlichen Pferds hat den Sinn, sexuelle Merkmale seines Territorialverhaltens zu entfernen und damit sein biologisches Sozialverhalten im Herdenverband zu verändern. Bei Pferden wird die Kastration auch als Legen bezeichnet.