Stammzellen werden aus dem Brustbein des Pferdes gewonnen
Stammzellen werden aus dem Brustbein des Pferdes gewonnen

An der zu behandelnden Stelle werden die Stammzellen wieder injiziert
An der zu behandelnden Stelle werden die Stammzellen wieder injiziert.

 

 

 

Stammzellen

Heute steht Stammzellenmaterial in der Pferdemedizin zur Behandlung von Sehnen und Bänderschäden zur Verfügung. Es wird daran gearbeitet diese Therapiemöglichkeit auch auf Knochenzysten, Gelenkschäden und Frakturen zu erschließen.

Stammzellenmaterial kann auf unterschiedliche Weise gewonnen werden. Zum Einen besteht die Möglichkeit Stammzellen bei der Geburt aus der Nabelschnur des Fohlens zu gewinnen und diese auf Vorrat einlagern zu lassen. Zum anderen kann im akuten Fall, bei dem kein eingelagertes Material vorliegt, die Möglichkeit durch Knochenmarkspunktion genutzt werden

Weichteilschäden sind in jedem zweiten Fall von Lahmheiten und Sportausfällen die Ursache. Sehnen und Bänder sind am stärksten betroffen. Das bedeutet in vielen Fällen das sportliche Aus eines Pferdes.

Stammzellen haben die Fähigkeit, sich vielfältigen Nutzungsarten anzupassen, so können sie sich auch in Sehnengewebe umwandeln. Offenbar entsteht so vollwertiges Sehnen- oder Bändergewebe. Am weitesten sind die Forschungen in diesem Bereich in England fortgeschritten, wo Stammzellen erfolgreich bei Rennpferden eingesetzt wurden. Ziel einer Behandlung ist die Rückkehr zur ursprünglichen Leistung oder sogar eine Verbesserung derselben. Bei Erkrankungen der oberflächlichen Beugesehne zeigte sich bei Rennpfernden ein sehr gutes Ergebnis. Die Heilungsrate der ersten Sehnen lag zwischen 70 und 80 Prozent. Die meisten Pferde konnten ihre reguläres Renntraining wieder aufnehmen und wieder an Rennen teilnehmen. Alle anderen Behandlungsformen außer dem Spritzen von Stammzellen führen heute lediglich zu Reparaturgewebe mit deutlich geringerer Elastizität und Belastbarkeit.

Zunächst werden die Sehnen- und Bänderdefekte in einer eingehenden Ultraschalluntersuchung erfasst. Dann werden Stammzellen aus dem Brustbein des Pferdes gewonnen und an der zu behandelnen Stelle wieder injiziert.